Geistlicher Impuls im Februar 2024

In der Spur

Seit Jahren gehe ich am Jahresanfang eine Woche in die Winter-Sportexerzitien der DJK. Gemeinsam und auch in Einzelarbeit nähern wir uns den Geheimnissen unserer Spiritualität mit Hilfe von Impulsen und sportlichen Übungen, beim Schneeschuhlaufen und auf Langlaufskiern.
Einmal im Jahr langlaufen im tief verschneiten Schwarzwald. 
Ich stelle meine Skier in die gespurte Loipe und los gehts, die Spur zeigt wo es lang geht. 

Wunderbar, einfach ohne groß an Ziele zu denken zu 
fahren, den Rhythmus der Bewegung genießen.
Bergauf braucht es vermehrten Stockeinsatz, damit man nicht zurückgleitet oder ich stemme mich mit Ausfallschritten den Berg hoch. Allerdings zerstört das die sorgfältig präparierte Loipe. Der Nächste hinter mir sieht vielleicht noch grob, wo es langgeht, kann aber auch nur noch im Stemmschritt den Hang erklimmen. Weiter geht es Kilometer um Kilometer, immer wieder ist die Loipe zerstört von Skatern, die auch auf flacher Strecke eine Art Stemmschritt einsetzen um Geschwindigkeit aufzunehmen, spätestens wenn sie mich überholen wollen. Spannend wird es beim bergab fahren. In der Spur beleiben, so wie der Loipenmeister die Ideallinie gelegt hat, kann zu rasanter Abfahrt werden. Trau ich mir das zu? Kann ich den Geschwindigkeitsrausch und den Nervenkitzel genießen? Traue ich der Expertise des Loipenmeisters? Vertrau ich auf meine Schussfahrtfähigkeiten? Was passiert, wenn ich stürze? Ich könnte, vorausgesetzt ich bin noch nicht zu schnell, einen Ski ausstellen und dosiert bremsen oder ganz aus der Spur gehen?
 
Eigentlich ist es mit unserem Glauben doch auch so. Mit der Taufe in die sorgfältig vorbereitete Spur gestellt müssten wir eigentlich nur langsam vorwärtsgleiten. Selbst wenn vor uns einer die Spur zertrampelt, erahnen wir, wie es weitergeht. Auch die, die an uns vorbeijagen, schaffen es nicht, unsere Gewissheit, in der richtigen Spur zu sein, zu zerstören. Spannend wird es, wenn die Fahrt Geschwindigkeit aufnimmt. Traue ich mir das zu? Vertraue ich meinem „Spurenleger“? Oder fange ich doch an zu bremsen?
 
„Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“ Sprüche 3,5-6
Mit dieser Gewissheit und im Vertrauen auf Gott wünsche ich allen dass ihr gut durch das Jahr kommt und die für euch passende Spur findet.
 
 Simone Schroeter
Geistliche Leiterin Diözesanverband Freiburg