Das Kind eines Schäfers
Adolph Kolping – der Namensgeber des Kolpingwerkes.
Adolph Kolping – der Name ist vielen geläufig. Sei es, weil sie in einer Kolpingstraße wohnen oder eben einer der vielen Kolpingfamilien begegnet sind. Aber wer war Adolph Kolping eigentlich?
Geboren wurde er am 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln. Seine Eltern waren Schäfer und arm. Diese Umstände liessen zuerst nur die Volksschulbildung zu. Eine Ausbildung als Schuster und die damals übliche Wanderschaft folgten. „Er machte Schuhe blank und fein, als er die Welt durchzog“, heißt es dazu im Kolpinglied. Das ist ziemlich romantisch ausgedrückt: Die Wandergesellen im Zeitalter der industriellen Revolution mussten schauen, dass sie über die Runden kamen. Viele verfielen dem Alkohol und kamen auf die schiefe Bahn. Kolping erlebte das alles hautnah mit – und litt unter diesen Umständen.
Durch Förderung konnte er in Köln aufs Gymnasium und Theologie studieren. 1845 wurde er zum Priester geweiht – in der Kölner Minoritenkirche, wo er begraben ist. Kolping war also, wie wir heute sagen würden, Spätberufener.
Aber auch als Priester hatte er die Not der herumziehenden Gesellen nicht vergessen. Da traf es sich gut, dass es in Elberfeld, wo er seine erste Stelle als Kaplan bekam, schon einen Gesellenverein gab. „Unser Wahlspruch aber ist Beten und Lernen und Arbeiten, alles mit Ernst und doch mit Fröhlichkeit“, sagte er über den „Katholischen Jünglingsverein zu Elberfeld, nach dessen Muster er später in Köln als Domvikar den dortigen Gesellenverein gründete. 1850 schlossen sich die Gruppen aus Köln, Elberfeld und Düsseldorf zum „Katholischen Gesellenverein“ zusammen: Die Keimzelle des Kolpingwerkes war geboren. In den folgenden 15 Jahren schaffte es Kolping, die Idee weiterzuverbreiten und die Mitgliederzahl stark zu erhöhen – bis zu seinem Tod entstanden über 400 Gesellenvereine – davon auch einige in der Erzdiözese Freiburg.
„Anfangen ist oft das Schwerste, treu bleiben das Beste“, war einer von Kolpings Sätzen. Der Namensgeber des Kolpingwerkes hat es geschafft der katholischen Soziallehre, die viel später erst Form annahm, eine handfeste Dimension zu geben. 1991 wurde er aufgrund dieses Wirkens seliggesprochen.


