
„Dort oben leuchten die Sterne…!“
Sind die Gänse noch „einsatzbereit“, ist das Bettlerkostüm noch dort, wo es letztes Jahr abgelegt wurde, müssen wir das Holzpferd nochmal mit Klarlack anstreichen…? Fragen über Fragen, die sich unsere Pfadfinder*innen jedes Jahr stellen, bevor es um den 11. November herum zum großen Martinsumzug durch die Karlsruher Nordweststadt geht. Hoch zu Ross, gesäumt von den Pfadfinder*innen mit ihren selbstgebastelten Fackeln, zieht der Heilige Martin in einer großen Prozession los zum eigentlichen Schauplatz des Martinsspiels auf den naheliegenden Spielplatz. Natürlich dürfen auch die Martinslieder nicht fehlen und die Musik dazu. Für die Musikerinnen und Musiker ist das schon eine kleine Herausforderung: Laufen und Musizieren! Und viele, viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene singen fröhlich mit: „Dort oben leuchten die Sterne und unten leuchten wir!“
Manchmal denke ich mir gar nicht so viel beim Mitsingen. Heute jedoch verweile ich ein wenig beim „Leuchten der Sterne“. Beim Blick in den Himmel faszinieren mich die leuchtenden Himmelskörper immer wieder aufs Neue. Wenn dann, wie kürzlich, auch noch ein Komet mit Schweif vorbeisaust, ist das schon spektakulär. Man darf das Universum natürlich nicht vermenschlichen, aber mir geht gerade durch den Kopf: Machen sich all die Planeten, Sonnen, Monde und Sterne eigentlich etwas aus ihrer Größe? Bilden sie sich etwas ein auf ihre Einzigartigkeit? Sind sie stolz auf all ihre Einflüsse, die sie auf den Rest des Universums haben?
Ich glaube nicht. Und umgekehrt: Wie würden wir Menschen uns fühlen und verhalten mit all den „astronomischen“ Eigenschaften? Auch so bescheiden wie die Himmelskörper? Wenn wir Sterne, also „Stars“ wären, könnte das eventuell anders aussehen…! Ich glaube, es lohnt – wie so oft – ein Blick auf das „Licht der Welt“, Jesus Christus. In ihm haben wir einen echten Star, der immer wieder gezeigt hat, dass man auch als Kind Gottes mit den leisen Tönen, dem demütigen Auftreten und den bescheidenen Schritten am Weitesten kommt. Die Letzten werden die Ersten sein!
Volker Schwab, Mitglied im Diözesanen Fachausschuss „Kirche mitgestalten“








