Geistlicher Impuls im März 2025

„Denkt nicht mehr an das, was früher war“

 
„Denkt nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, sollt ihr nicht achten. Seht her, ich will Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr es denn nicht?“ – Mit diesen Worten aus dem Buch des Propheten Jesaja spricht Gott uns Mut zu. (Jes 43,18-19a).
 
 
Dieses Bild von einem Bergfreund aus Hamburg beeindruckt mich sehr und ich lade die Lesenden ein zu einer Bildbetrachtung. Das ehemals starke, stabile Holzkreuz wurde durch Wind und Wetter so beschädigt, dass es abgebrochen ist, zerstört. Mit einfachen Mitteln haben Wanderer ein neues Kreuz „gebastelt“, improvisiert, nicht perfekt. Und doch sprießt es aus dem Holz des ehemaligen starken, gebrochenen Kreuzes.
Dieses Bild macht mir Hoffnung. Auch wenn scheinbar Starkes zerstört wird, kann daraus Neues entstehen.
Auch wenn das Neue improvisiert und nicht perfekt ist, ist es ein Zeichen, es ist noch etwas da, es entwickelt sich etwas. 
Man stelle sich vor, der Wanderer hätte darauf gewartet, bis sich eine Initiative findet, die Spenden sammelt, und ein neues, genauso mächtiges Kreuz mit dem Hubschrauber wieder auf den Berg fliegen lässt. Ein perfekter Ersatz. Und dazwischen? Leere. Entsetzen. Trauer… vielleicht hätte auch jemand beschlossen, dass es kein Kreuz am Gipfel mehr braucht.
 
Was wollen wir?
Was braucht unsere Kolpinggemeinschaft?
Wie können wir die Jugend unterstützen, denen der feste Halt fehlt und die in kleinen Aktionen Neues, Buntes, Improvisiertes ausprobieren?
 
„Nur mutig vorwärts, Gott wird für die Zukunft sorgen. Wir Menschen machen uns zu viele Sorgen um die Zukunft. Wir klagen über die Vergangenheit und achten nicht genug der Gegenwart.“ (Adolph Kolping)
 
… Und ich würde noch ergänzen: Wir erkennen nicht die zarten, hoffnungsvollen Pflänzchen, im Streben, das Alte Zerstörte wieder herzustellen.
 
Simone Schröter