
Tagtäglich sind wir unterwegs. Die Kinder machen sich morgens auf den Weg in die Kita oder die Schule. Erwachsene haben jeden Tag den Weg zum Arbeitsplatz vor sich.
Wir gehen im Alltag viele gewohnte Strecken, aber manchmal erwartet uns auch ein neuer Wegabschnitt.
Wie waren wir denn bisher in dieser Fastenzeit unterwegs?
Haben wir uns vielleicht etwas vorgenommen, auf das wir verzichten?
Gewiss, 40 Tage können einem ganz schön lange vorkommen, aber auf dem Weg durch die Fastenzeit auf das Osterfest zu, frage ich mich, mit wem bin ich eigentlich unterwegs?
Wer sind denn gerade aktuell meine Wegbegleiterinnen und Weggefährten?
Sind das vertraute Menschen aus der Familie, treue Freunde, Nachbarn oder meine Kolpinggeschwister?
Wer in seinem Alltag mit vertrauten Menschen unterwegs ist, der ist nicht allein. Er muss nicht alle Fragen, Sorgen und Probleme mit sich alleine ausmachen oder lösen.
Mir hilft gerade in den Momenten, in denen ich irgendwie nicht weiterkomme, die Perspektive oder die ganz andere Sicht eines Mitmenschen. Ich stoße auf neue Ideen oder Lösungen.
Auch die Emmausjünger, die uns immer am Ostermontag begegnen, verstanden nicht alles, was damals in ihrem Leben geschehen war. Sie sind mit Zweifeln und großen Fragen unterwegs.
Nicht gerade leichte Gedanken beschäftigen sie, aber sie reden miteinander darüber.
Da kommt plötzlich Jesus als Begleiter dazu und schließt sich ihnen an. Sie erkennen ihn aber nicht.
Doch dieser Jesus spricht ihnen Mut zu, versucht ihnen verständlich zu machen, was sie selbst noch nicht verstehen und begreifen.
Er schenkt ihren Herzen neue Hoffnung und stärkt sie auf ihrem Unterwegssein.
Er sagt ihnen zu: Ihr seid nicht allein. Ich bin doch in eurer Mitte.
Diese Zusage Jesu drückt sich für mich in einem österlichen Gebet aus, das ich, auch über die Ostertage hinaus, gerne mitnehmen will in meinen Alltag.
Du Gott des Aufbruchs,
du bist da und du begleitest
uns auf unserem Weg.
Hilf uns, auch deine Wege
kennen und verstehen zu lernen,
gewohnte Vorstellungen in Frage zu stellen,
neue Möglichkeiten zu entdecken.
Hilf uns, wie die Emmausjünger
Vertrautes loszulassen, sich auf Neues einzulassen,
Mut zu fassen und neue Wege zu gehen.
(Emmausgebet)
Pfarrer Martin Kalt, Präses KF Ettenheim








