Altkleidermarkt bricht zusammen

Kolping Bildungswerk zieht nach und nach Container ab

Vermüllte Container, unbrauchbare Textilien und kaum mehr Erlöse: Das Problem des Altkleidermarktes hat sich seit dem letzten Jahr weiter verschärft. Auch das Kolping Bildungswerk Freiburg, das Container betreibt, reagiert auf die Veränderungen und zieht nach und nach seine Container von den Standorten ab.
Über 100 von ursprünglich gut 600 Sammelboxen hat das Bildungswerk seit Ende letzten Jahres abgezogen – zunächst solche, die stark von Vermüllung oder Vandalismus betroffen waren oder in deren Gebiet Sammlungen des Landkreises oder der Abfallwirtschaft umgesetzt wurden. Betroffen sind die Landkreise Karlsruhe, Konstanz, Lörrach, Rastatt, Ortenau und Waldshut, dieser Aufzählung folgen aber kontinuierlich weitere.
Partner bei der Entleerung sind weiterhin die Firma Terec im südlichen Teil der Erzdiözese und Kolping Recycling im nördlichen Teil. Die Sammelmengen reduzierten sich in den Jahren 2024 und 2025 zwar nur leicht, die Erlöse aber brachen stark ein. Zurückzuführen ist dies auch auf die Lieferung von chinesischer Billigware nach Afrika und den Krieg in der Ukraine.
Ein zum 1. Januar 2025 in Kraft getretenes EU-Gesetz regelt, dass Altkleider nicht im Restmüll entsorgt werden dürfen, sondern dem Recycling zugeführt werden müssen. Die Folge: Immer mehr Alttextilien werden in und um die Container abgeladen und ziehen darüber hinaus noch anderen Müll an. Dies verringert die Qualität der Textilien weiter. Der hohe Anteil an Kunstfasern in der Kleidung ist zusätzlich ein Problem, sogenannte Fast-Fashion, weil diese Kleidung nicht mehr recyclingfähig ist. 
Aufgrund dieser Entwicklung kann das Bildungswerk keine Containervergütungen mehr an die Kolpingsfamilien ausschütten. Es existiert jedoch nach wie vor der aus vergangenen Altkleidererlösen gespeiste Zukunftsfonds, aus dem Mittel durch Kolpinguntergliederungen beantragt werden können.